Der Polterabend als Brauch vor der Hochzeit

Der Polterabend ist ein mittlerweile schon traditioneller Hochzeitsbrauch in Deutschland, wobei dem künftigen Brautpaar durch das Zerbrechen von Porzellan viel Glück mit auf den Weg gegeben werden soll. Da die beiden aber auch den Scherbenhaufen zusammen aufkehren müssen, steht das ganze Geschehen ebenfalls unter einem lehrreichen Hintergrund. Die Scherben sollen hierbei symbolisieren, dass die gemeinsame Zukunft auch schwierige Lebenslagen mit sich bringen kann, die zusammen durchgestanden werden müssen.

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An diesen doch sehr ernsten Gesichtspunkt denkt aber an diesem Abend wohl kaum einer und es wird ausgelassen gefeiert. Die Einladung folgt nicht schriftlich, sondern durch Mundpropaganda, somit kann eigentlich kommen, wer möchte. Für Speis und Trank sorgen die Gastgeber. Die Gäste haben lediglich etwas zum Zerbrechen mitzubringen. Hierbei kann es sich um Porzellan, Keramiksachen, Blumentöpfe und Steingut handeln. Hochgradig "verboten" sind allerdings Gläser und Spiegel, welche beim Zerbrechen bekanntlich Pech bringen sollen. Frei nach dem Motto "Scherben bringen Glück" können oben genannte Gegenstände dann als Wurfgeschosse verwendet werden, wobei das Brautpaar hinterher alles aufräumen muss. Oft wird die Frage unter den Gästen diskutiert, ob Geschenke mitzubringen sind. Hierbei gilt im Normalfall die Regel, dass Leute, die nicht zur eigentlichen Hochzeit nicht eingeladen sind, ein Mitbringsel dabei haben sollten. Die üblichen Hochzeitsgäste bringen dann erst zum richtigen Ehrentag ein Geschenk mit. Der Polterabend bietet für das Brautpaar demnach auch eine schöne Gelegenheit mit den nicht zur Hochzeit erscheinenden Gästen vorab zu feiern. Bei legerer Kleidung und gelöster Atmosphäre findet dieser spezielle Abend vor der Hochzeit doch bei Allen großen Anklang.